Mehr Rendite fürs Alter: Die Chancen des Altersvorsorgedepots

In Deutschland werden die laufenden Rentenzahlungen direkt aus den Beiträgen der Arbeitnehmer bezahlt. Angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung sind diesem System jedoch Grenzen gesetzt. Deshalb ist die private Vorsorge entscheidend. Die aktuelle Reform zielt genau in die richtige Richtung.

„Angesichts der demografischen Entwicklung hierzulande wird es immer schwieriger die Rente der künftigen Generationen über das Umlageverfahren, bei dem die laufenden Rentenzahlungen direkt aus den Beiträgen der Arbeitnehmer bezahlt werden, zu finanzieren“, stellt Claus Hecher, Leiter ETF-Vertrieb für die DACH-Region bei der BNP Paribas Asset Management, fest. Tatsächlich hat sich die Zusammensetzung der Bevölkerung hierzulande in den vergangenen rund 35 Jahren dramatisch gewandelt.

Im Jahr 1991 lag das Durchschnittsalter laut dem Statistischen Bundesamt Destatis bei 39,3 Jahren1 und zwölf Millionen Menschen waren damals über 65 Jahre alt2. Doch ist die Geburtenrate in Deutschland seitdem deutlich gesunken, während die Menschen zugleich immer älter werden. Heute beträgt das Durchschnittalter fast 45 Jahre und während die Gesamtbevölkerung seit 1991 um etwa 3,3 Millionen zugenommen hat, ist die Zahl der über 65-Jährigen um sieben Millionen auf 19 Millionen gestiegen. Damit stehen den Rentenempfängern immer weniger Beitragszahler gegenüber. So kamen in den 1960er Jahren noch sechs Beitragszahler auf einen Rentenempfänger, heute beträgt das Verhältnis zwei zu eins.3

Das Umlageverfahren stößt an seine Grenzen

„Dass das Umlageverfahren an seine Grenzen stößt, kann also kaum überraschen“, folgert Hecher. „Und das bedeutet, dass es ohne private Vorsorge immer schwieriger wird, im Alter den gewohnten Lebensstandard weiterzuführen.“ Es ist deshalb eine gute Nachricht, dass der Staat den Aufbau der privaten Altersvorsorge fördert. Das geschah bislang im Rahmen der Riester-Rente, die allerdings einige Schwachpunkte aufweist. So gilt die Berechnung als zu komplex und die Produkte als zu teuer, doch vor allem gibt es die Riester-Rente nur mit Garantie, was zu Lasten des Ertrags geht.

Aus diesem Grund war eine Reform der staatlich geförderten privaten Vorsorge notwendig. Das geschieht nun mit dem im Frühjahr vom Gesetzgeber verabschiedeten Altersvorsorgedepot, das am 1. Januar 2027 startet und mit dem die Bundesbürger künftig – staatlich gefördert – in den Kapitalmarkt investieren können. Anders als die Riester-Rente, die einen Bestandsschutz genießt und weiter bespart werden kann, bringt das Nachfolgemodell einige Veränderungen mit sich: „Neben der einfacheren Berechnung der Förderung und der Kostendeckelung bei den Produkten ist einer der wichtigsten Faktoren, dass Anleger künftig auf Garantien verzichten können“, erklärt Hecher.

Mit der Haltedauer von Aktien sinkt das Verlustrisiko

Das ist vor allem für jene Anleger wichtig, die langfristig am Kapitalmarkt investieren. Denn sie brauchen keine Garantien. Das verdeutlicht ein Blick auf das Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts. Demnach machte, wer in der Vergangenheit auf zehn Jahre oder mehr sein Geld im Dax investierte, nie Verluste. Und wer laut dem Renditedreieck zum Beispiel 2005 eingestiegen ist und 2015 verkaufte, erzielte eine durchschnittliche Rendite von 7,1 Prozent – und das trotz der zwischenzeitlichen Finanzkrise, in der zu starken Kursverlusten bei Aktienkursen kam.4 Die längste Verlustphase musste hinnehmen, wer im Jahr 1999 einstieg, da Anfang des Folgejahres die New-Economy-Blase platzte, was weltweit ebenfalls zu einem starken Kurseinbruch führte.

Doch selbst in diesem äußerst ungünstigen Fall kam man mit seinem Investment nach rund sieben Jahren laut dem Rendite-Dreieck wieder ins Plus. „Die Verlustwahrscheinlichkeit nimmt mit der Länge der Haltedauer eines Aktieninvestments ab“, stellt Hecher fest. „Wer also einen längeren Anlagehorizont hat, braucht keine Garantien bei der Geldanlage und kann damit seine Renditechancen erhöhen.“ Aus diesem Grund sollten die Bundesbürger die staatliche Förderung in Anspruch nehmen und investieren. Denn es bietet die Chance, die Rentenlücke, die die demografische Entwicklung immer weiter aufreißt, zumindest etwas zu reduzieren.

[1] https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/Tabellen/bevoelkerungsstand-gebietsstand-werte-basis-2022.html

[2] https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Demografischer-Wandel/Aeltere-Menschen/bevoelkerung-ab-65-j.html

[3] https://www.demografie-portal.de/DE/Fakten/altersrentner-beitragszahler.html

[4] https://www.dai.de/detail/dax-rendite-dreieck

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