Alles Wichtige auf einen Blick
Wie aus dem Protokoll zur letzten Sitzung der US-Notenbank Fed hervorgeht, ist vor Ende 2026 mit einer weiteren Zinserhöhung in den Vereinigten Staaten zu rechnen. Alle Mitglieder des Ausschusses hatten im September für eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt auf 3,75% bis 4,0% gestimmt, und eine „Mehrheit“ hält es für „wahrscheinlich, dass bis Jahresende eine weitere Erhöhung geboten“ sein wird. Einigkeit herrschte auch darüber, dass die Inflationsrisiken „aufwärtsgerichtet“ seien – also eher zu- als abnehmen. Zugleich wird jedoch von einer stabilen Arbeitslosenquote ausgegangen und die Konjunktur als solide dynamisch betrachtet.
Nachrichten aus aller Welt
Nach einem Bericht des Rechnungshofs des Bundesstaats New York beliefen sich Gewinne an der Wall Street in der ersten Hälfte des laufenden Jahres auf 45,9 Milliarden US-Dollar – 51% mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Sollte dieses Tempo anhalten, wären für 2026 Unternehmensgewinne von über 90 Milliarden US-Dollar möglich. Der Standardwerteindex S&P 500 durchbrach letzte Woche erstmals die Marke von 7.800 Punkten, und auch der technologielastige Nasdaq erreichte ein neues Rekordhoch. Unterdessen sind die Renditen von Staatsanleihen im Euroraum, dem Vereinigten Königreich und den USA zu Wochenbeginn aufgrund von Sorgen über hohe Staatsdefizite und die Inflation gestiegen, gaben dann aber vor dem Hintergrund sinkender Ölpreise wieder nach.
Zahl im Fokus: 6 Billionen Dollar
Einem Bericht der Beratungsfirma Bain & Company zufolge werden sich die von künstlicher Intelligenz ermöglichten Umsätze auf geschätzt 6 Billionen US-Dollar p.a. belaufen müssen, um die erwarteten Ausgaben für KI-Infrastruktur wieder einzuspielen. Bis 2031 könnten die jährlichen Ausgaben für KI-Infrastruktur demnach auf 1,5 Billionen US-Dollar steigen. Setzt man den Investitionsaufwand bei rund 25% des Branchenumsatzes an, würde „eine Beibehaltung dieses Investitionsniveaus einen KI-Markt von rund 6 Billionen US-Dollar p.a. voraussetzen“. Die Produktivitätszuwächse aus den bisherigen Anwendungen für Unternehmen und Konsumenten reichen Bain zufolge nicht aus, um diese Dimensionen zu rechtfertigen, sodass neue Märkte entstehen müssen, um die Lücke zu schließen.
Grafik der Woche
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist mittlerweile höher als die erwartete Gewinnrendite des S&P 500, sodass Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen teuer erscheinen. Offensichtlich akzeptieren Anleger für Aktien eine niedrigere Risikoprämie, vermutlich in Erwartung eines stärkeren mittel- bis langfristigen Gewinnwachstums. Während dies auf eine ungebrochene Anlegerzuversicht hindeutet, würde eine weitere Erhöhung der Anleiherenditen entweder Aufwärtsrevisionen der Gewinne oder eine Marktkorrektur erfordern. Umgekehrt könnte sich der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten fortsetzen, wenn die Gewinne mit den steigenden Renditen mithalten.
Wissenswert: Pre-COP31
Minister und hochrangige Regierungsvertreter sind letzte Woche zusammengekommen, um die politischen Weichen für die im November stattfindende Klimakonferenz COP31 der Vereinten Nationen zu stellen. Ziel der Pre-COP war es, Lösungen zur Beschleunigung der weltweiten Klimawandel-Maßnahmen zu erkunden, den Zugang zu Klimafinanzierungen zu verbessern und die Energiewende gerechter zu gestalten. Mit Fidschi und Tuvalu als Tagungsorten wurden auch klimapolitische Ansätze und Lösungen für die Inselstaaten im Pazifik betont, für die der Klimawandel eine besondere Gefahr darstellt.
Das bringt die Woche
Die australische Notenbank veröffentlicht am Dienstag das Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung im September, auf der sie ihren Leitzinssatz um 25 Basispunkte angehoben hatte. Am Mittwoch stellen China und die USA aktuelle Inflationsdaten vor, gefolgt vom Euroraum am Freitag. Die Jahrestagungen des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank finden von Montag bis Sonntag in Bangkok statt.
