IWF senkt globale Wachstumsprognose

Alles Wichtige auf einen Blick

Der Internationale Währungsfonds hat seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft im Jahr 2026 gesenkt – von seiner April-Schätzung von 3,1% auf jetzt 3%. Diese leichte Abwärtskorrektur ist auf anhaltende Folgen des Konflikts im Nahen Osten und die Fragmentierung des Welthandels zurückzuführen, die jedoch durch die Fortschritte bei künstlicher Intelligenz teilweise wettgemacht werden. Für 2027 rechnet der IWF hingegen mit einer Wachstumserholung auf 3,4%. Zugleich gehen seine Volkswirte auch davon aus, dass die weltweite Gesamtinflation auf 4,7% im Jahr 2026 anziehen wird (von 4,1% 2025). 2027 sollte sie sich ihrer Meinung nach auf 3,9% abkühlen.

Nachrichten aus aller Welt

Wie aus dem Protokoll der ersten Sitzung unter der Leitung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh hervorgeht, waren sich die Mitglieder der US-Notenbank „Fed“ über die künftige Richtung der Geldpolitik uneins, erwarten kurzfristig jedoch eine weiterhin hohe Inflation. Mit ihrer Entscheidung, die Zinsen im Juni unverändert bei 3,5% bis 3,75% zu belassen, trugen sie Bedenken angesichts der Aufwärtsrisiken für die Inflation Rechnung. Allerdings waren manche Notenbanker der Ansicht, dass der Leitzinssatz zum Jahresende in der aktuellen Zielspanne oder leicht darunter sollte, während sich andere für ein höheres Zinsniveau aussprachen. „Die Teilnehmer merkten an, dass ihre künftigen Zinsmaßnahmen von der weiteren Datenlage abhängen werden“, hieß es in der Mitschrift.

Zahl im Fokus: 1%

In China hat sich die Jahresinflation im Juni überraschend deutlich abgekühlt, da die Binnennachfrage weiterhin von den gestiegenen Energiekosten gebremst wurde. Mit 1% lag der Anstieg des Verbraucherpreisindex sowohl unter den am Markt erwarteten 1,1% als auch unter der Mai-Inflationsrate von 1,2%. Die unter Ausklammerung der besonders schwankungsanfälligen Lebensmittel- und Energiepreise berechnete Kerninflation legte ebenfalls um 1% zu, weniger stark als im Vormonat mit 1,1%. Unterdessen geht die Weltbank einem aktuellen Bericht zufolge davon aus, dass die Wachstumsrate der chinesischen Wirtschaft vor dem Hintergrund der noch immer schleppenden Inlandsnachfrage von 5,0% im Jahr 2025 auf 4,4% im laufenden Jahr und 4,3% im Jahr 2027 zurückgehen wird.

Grafik der Woche

An den KI-Investitionsausgaben im Jahr 2026 lässt sich eine beispiellose Investitionskonzentration auf die USA, Südkorea, Taiwan und Japan ablesen, wobei allein die größten US-Hyperscaler rund 835 Mrd. US-Dollar für diesen Bereich veranschlagen. Darin zeigt sich eine strukturelle Verschiebung im Zusammenspiel zwischen Technologie und Industriepolitik – Regierungen und Unternehmen behandeln KI-Infrastruktur nicht mehr als optionalen Pluspunkt, sondern als strategisch unerlässlich. Koreanische Großunternehmen – die Teil der globalen KI-Lieferketten sind – bauen ihre Investitionen aus, um die steigende Nachfrage nach Rechenkapazität bedienen zu können. Die japanische Regierung hatte kürzlich einen auf 14 Jahre angelegten Investitionsplan angekündigt, der unter anderem die Förderung von KI und Halbleitern mit 600 Mrd. US-Dollar vorsieht. Zusammengenommen deuten diese und weitere Vorhaben darauf hin, dass bei Investitionen in KI-Infrastruktur ein neuer mehrjähriger Superzyklus angebrochen ist, der das Wachstum künftig kräftig beleben dürfte.

Wissenswert

Neoscaler: Neoscaler sind kleine Cloud-Anbieter mit regionalem Fokus, die auf überaus leistungsfähige Infrastruktur für die Entwicklung von KI-Modellen spezialisiert sind. Anders als sogenannte Hyperscaler, die Leistungen für Organisationen mit einem Bedarf bei der Verarbeitung und Speicherung großer Datenmengen anbieten, versorgen Neoscaler KI-Entwickler mit maßgeschneiderten Kapazitäten und Infrastruktur für das Training von KI-Modellen. Nach einem neuen Bericht des Beratungsunternehmens Alvarez & Marsal könnten NetScaler für die bislang dominanten Hyperscaler im gesamten KI-Ökosystem zu einer neuen Herausforderung werden.

Das bringt die Woche

Am Dienstag geben die USA eine Vorabschätzung ihrer Juni-Inflationsrate bekannt – im Mai war sie auf 4,2% p.a. gestiegen. Am Mittwoch berichtet China über Zahlen zu seinem BIP-Wachstum im 2. Quartal, und die Bank of Canada tagt zum Zinsentscheid. Daten zum britischen BIP-Wachstum im Mai kommen am Donnerstag heraus. Am Freitag stellt der Euroraum die endgültige Schätzung seiner Juni-Inflation vor. Zuletzt waren 2,8% erwartet worden, weniger als die 3,2% im Mai.

Weitere Analysen finden Sie beim Investment Institute

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