Alles Wichtige auf einen Blick
Mit einer Stimmenmehrheit von 10 zu 2 beschloss die US-Notenbank Fed, ihren Leitzins unverändert in einer Spanne von 3,75% bis 4% zu belassen. Zwei Mitglieder des zwölfköpfigen Gremiums stimmten für eine Anhebung um 25 Basispunkte. In der Erklärung der Fed hiess es, dass die Inflation zwar auf einem hohen Niveau bleibe, jedoch zunächst „weitere Informationen erfasst“ werden müssten, um den Weg der Rückkehr zum Zwei-Prozent-Ziel zu definieren. Nach wie vor wird jedoch fest von einer weiteren Anhebung vor Jahresende ausgegangen. Unterdessen ist das US-BIP nach einer Vorabschätzung im 3. Quartal um 3,4% p.a. gestiegen und hat damit sowohl das Wachstum im 2. Quartal (2,2%) als auch die erwarteten 3,2% übertroffen.
Nachrichten aus aller Welt
Die Europäische Zentralbank liess ihren Leitsatz letzte Woche unverändert, obwohl die Jahresinflationsrate im September auf ein Drei-Jahres-Hoch von 3,8% gestiegen war. Als Inflationstreiber macht die EZB steigende Energiepreise aus, die zudem das Wachstum im Euroraum dämpfen dürften. Nach den amtlichen Daten, die nach der EZB-Sitzung veröffentlicht wurden, ist das Wirtschaftswachstum im Euroraum von 0,6% im 2. Quartal auf 0,4% im 3. Quartal gesunken. Auch die Bank of Japan liess ihren Leitzins stabil bei 1,25% und merkte an, dass sich die Kerninflation auf die anvisierten 2% beschleunigt hat – erstmals seit Festlegung dieses Ziels im Jahr 2013.
Zahl im Fokus: 37%
Die Welthandels- und Entwicklungskonferenz (United Nations Conference on Trade and Development, UNCTAD) meldet einen weltweiten Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen in der ersten Jahreshälfte 2026 gegenüber dem durchschnittlichen Halbjahresniveau 2025 um 37%. Er ging zu einem Grossteil von Industrieländern aus, deren Investitionszuflüsse in den ersten sechs Monaten 2026 um über 70% gestiegen sind. Insgesamt waren die Auslandsinvestitionen jedoch niedriger. So seien die Anzahl der Neuprojekte um 15% zurückgegangen und bei internationalen Projektfinanzierungen 11% Minus zu verzeichnen. Der Rückgang sei eine Folge der weltweiten Unsicherheit aufgrund geopolitischer Spannungen, der Energiepreisentwicklung und der Lieferkettenstörungen, so die UN.
Grafik der Woche
Mit Stand von letzter Woche hat ein Drittel der börsennotierten Unternehmen in Europa und den USA seine Geschäftszahlen für das 3. Quartal vorgelegt – meist erfreuliche. In den USA sind die Gewinne um 37% gestiegen, wobei ein Grossteil dieses Wachstums auf den Technologiesektor entfällt. Klammert man Tech-Aktien aus, beläuft sich das Gewinnwachstum jedoch immerhin noch auf solide 17%. In Europa ist ein Gewinnplus von 25% zu verzeichnen. Wichtig ist aus Anlegersicht auch, inwieweit die Ergebnisse über oder unter den Prognosen liegen. Bislang liegen die Gewinne um 3% bis 4% über den Erwartungen und decken sich damit mit Durchschnittswerten der Vergangenheit.

Wissenswert: Big Bang
Die als „Big Bang“ bezeichnete Deregulierung der Londoner Börse jährte sich letzte Woche zum vierzigsten Mal. Am 27. Oktober 1986 wurden der Parketthandel von elektronischen Auftragsbüchern abgelöst und feste Maklerprovisionen abgeschafft, woraufhin die Handelsvolumen schlagartig stiegen und die Kosten für die Anleger sanken. Dies machte London zu einem weltweit führenden Finanzplatz. Da nun in grossem Stil Kapital aus den USA und Asien nach London strömte, erzeugte der „grosse Knall“ eine Sogwirkung auf Europa, sodass die gesamte Region schliesslich ihre Handelsmodelle zügiger modernisierte.
Das bringt die Woche
Am Dienstag tagt die australische Notenbank zum Zinsentscheid. Am Mittwoch stellt der Euroraum eine Schnellschätzung seiner Inflationsrate im Oktober vor. Ebenfalls am Mittwoch kommen eine ganze Reihe finaler Einkaufsmanagerdaten für Oktober heraus – aus dem Euroraum, China, dem Vereinigten Königreich und den USA. Die Zinssitzung der Bank of England findet am Donnerstag statt. Am Freitag schliesslich erscheinen aktuelle Arbeitsmarktdaten aus den USA.