Uneinheitliche Marktperformance, überraschend starkes Wachstum in China

Alles Wichtige auf einen Blick

Die Aktienmärkte waren letzte Woche erneut volatil, weil Sorgen über Unternehmensausgaben für künstliche Intelligenz und steigende Ölpreise die Stimmung belasteten. Sowohl der MSCI World NR als auch der US-Standardwerteindex S&P 500 gaben in der Woche bis zum Börsenschluss am Donnerstag um 1% nach, der technologielastige Nasdaq sogar um 3%.* Der Dow Jones legte hingegen um 1% zu, und der europäische Stoxx 600 blieb unverändert. Unterdessen entwickelten sich festverzinsliche Anlagen im Euroraum unterdurchschnittlich, während US-Staatsanleihen stark zulegten. Aufgrund von Zweifeln an der Tragfähigkeit der Staatsschulden in Frankreich stiegen die Renditen französischer Staatsanleihen erstmals seit 2002 auf über 5%. Die Kurse sanken entsprechend.

*Gerechnet in US-Dollar. Quelle: FactSet, Daten per 22. Oktober 2026.

Nachrichten aus aller Welt

Chinas Wirtschaft ist im 3. Quartal dieses Jahres stärker gewachsen als erwartet. Das BIP legte um 4,5% p.a. zu, nachdem es im 2. Quartal ein Drei-Jahres-Tief von 4,3% verzeichnet hatte. Der wichtigste Wachstumsfaktor waren Exporte mit KI-Bezug, wohingegen die Binnennachfrage verhalten blieb und sich der Abschwung am Immobilienmarkt fortsetzte. Analysten zufolge dürfte die Volksrepublik angesichts dieser Quartalsdaten die Untergrenze des offiziellen Wachstumsziels von 4,5% bis 5% erreichen, das die Regierung für das laufende Jahr ausgegeben hat.

Zahl im Fokus: 18%

Bis zum Ende des Jahrzehnts muss der Treibhausgasausstoß um 18% sinken, damit die Erderwärmung auf 1,5 °C beschränkt bleibt, so eine Mahnung der Vereinten Nationen. Gemessen am jetzigen Niveau der Emissionssenkungen wird die Erwärmung gegen Mitte des Jahrhunderts selbst im Szenario des „geringstmöglichen“ Überschießens in der Spitze 1,7 °C bis 1,8 °C betragen. Zur Einhaltung des im Pariser Klimaabkommen vereinbarten 1,5-Grad-Ziels bedürfe es „sofortiger und radikaler Senkungen“ der Emissionen um 18% bis 2030, 45% bis 2035 und 69% bis 2040, so die UN. Mit entsprechenden Maßnahmen einschließlich der CO2-Abscheidung und -Speicherung könne die Erderwärmung bis 2100 wieder auf unter 1,5°C zurückgeführt werden, hieß es weiter.

Grafik der Woche

Technologiehardware bestimmt das Wachstum der Unternehmensgewinne und den Anstieg von Aktienkursen. Mit 60% entfielen nahezu zwei Drittel des weltweiten Gewinnwachstums auf den Sektor Informationstechnologie, gefolgt von Energie mit 20%. Auf der ganzen Welt sind die Erwartungen an Technologiefirmen hoch. So geht der Marktkonsens von einer Verdoppelung der Gewinne des Sektors gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal aus. In anderen Sektoren der globalen Aktienmärkte ist das Gewinnwachstum relativ niedrig. Anleger beobachten die Gewinntrends sehr genau, da man derzeit eine übermäßige Abhängigkeit der Aktienmärkte vom Tech-Sektor befürchtet.

Wissenswert: Small AI

KI-Modelle für bestimmte Aufgaben, die mit weniger Rechenleistung und Energie auskommen. Um Emerging Markets dabei zu unterstützen, digitale Zugänge und Dienstleistungen zu verbessern und mehr Arbeitsplätze zu schaffen, hat die Weltbank eine neue Digitalstrategie aufgelegt. Diese betont die möglichen Vorteile „kleiner“ KI: auf spezifische Aufgaben und örtliche Bedingungen zugeschnittene Werkzeuge, die beispielsweise Landwirten helfen, Pflanzenkrankheiten zu erkennen, Gesundheitsfachkräfte unterstützen oder Unternehmen das Lagermanagement vereinfachen. Allerdings gibt es noch erhebliche Hürden. So merkt die Weltbank an, dass lediglich 23% der Einwohner einkommensschwacher Länder das Internet nutzen.

Das bringt die Woche

Diese Woche stehen die Zentralbanken im Fokus der Märkte. Am Mittwoch tagen die Federal Reserve in den USA und die Bank of Canada zum Zinsentscheid. Die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank findet am Donnerstag statt, die der Bank of Japan am Freitag. Am Mittwoch stellt zudem die britische Regierung ihren Herbsthaushalt vor. Am Donnerstag bzw. am Freitag veröffentlichen die USA und der Euroraum ihr BIP-Wachstum im 3. Quartal.

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