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Biodiversity
Vorausschauend denken | Artikel - 4 Min

Wie können Anleger die Herausforderungen der Biodiversität bewältigen helfen?

Die biologische Vielfalt wird durch menschliche Aktivitäten wie industrielle Produktion, Forstwirtschaft, Landwirtschaft und Bergbau gefährdet. Diese Tätigkeiten haben zerstörerische Auswirkungen auf die Luft- und Wasserqualität, die Landnutzung und den Klimawandel, um nur einige Bereiche zu nennen. Unserer Ansicht nach sollten Anleger vor den daraus resultierenden Ungleichgewichten nicht die Augen verschließen, denn sie beeinflussen bestimmte Geschäftsbereiche und sogar ganze Volkswirtschaften.

Der Begriff Biodiversität bezieht sich auf die unglaublich reiche Vielfalt des Lebens auf der Erde. Das Wort ist eine Kurzform von „biologische Vielfalt“ und umfasst alle Lebewesen auf unserem Planeten: Bakterien, Insekten, Pflanzen, Tiere, Menschen und mehr.

Bei der Biodiversität geht es in der Regel um drei Unterbegriffe: Die genetische Vielfalt umfasst die verschiedenen Gene, die in allen einzelnen Pflanzen, Tieren und lebenden Organismen vorhanden sind; die Artenvielfalt bezeichnet die Unterschiede innerhalb und zwischen Populationen von Arten sowie zwischen den verschiedenen Arten auf der Erde; die Vielfalt der Ökosysteme schließlich bezieht sich auf die Abläufe, Lebensräume, Gemeinschaften und Variationen innerhalb eines geografischen Gebiets.

Laut der Royal Society ist die biologische Vielfalt für die Abläufe, die alles Leben auf der Erde, auch das menschliche Leben, unterstützen, von wesentlicher Bedeutung. Ein breites Spektrum von Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen trägt dazu bei, die gesunden Ökosysteme zu optimieren, die uns die Luft zum Atmen und unsere Nahrungsmittel liefern.

Der Royal Society zufolge sind „Bestäuber wie Vögel, Bienen und andere Insekten schätzungsweise für ein Drittel der weltweiten Kulturpflanzenproduktion verantwortlich“, wobei „die Landwirtschaft auch auf wirbellose Tiere angewiesen ist – sie tragen dazu bei, die Gesundheit des Bodens zu erhalten, auf dem die Pflanzen wachsen“. Die Royal Society sagt zudem, dass „das Leben in den Ozeanen für viele Menschen die wichtigste Quelle für tierisches Eiweiß ist“.

Die Biodiversität ist bedroht

Menschliche Aktivitäten gefährden die reiche biologische Vielfalt auf unserem Planeten. Zwischen 1970 und 2019 ist die Populationsgröße von Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Fischen um durchschnittlich 68 % zurückgegangen – ein schnellerer Rückgang als zu jedem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit. Laut der Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, einer zwischenstaatlichen Organisation, sind die Haupttreiber für den Rückgang der biologischen Vielfalt der Verlust von Lebensräumen, die Umweltverschmutzung und der Klimawandel. Heute sind fast eine Million Arten vom Aussterben bedroht, viele davon innerhalb weniger Jahrzehnte.

Warum ist der Verlust an Biodiversität für Anleger von Bedeutung?

Der Verlust an biologischer Vielfalt ist in vielerlei Hinsicht eine Tragödie. Er ist auch ein wichtiger Faktor für Investoren, da er für Unternehmen potenzielle Risiken in Bezug auf den Übergang und die konkrete Existenz sowie auch rechtliche und regulatorische Risiken mit sich bringt. Diese Risiken können den Wert von Kapitalanlagen beeinflussen.

Deshalb ist es wichtig, die potenziellen Auswirkungen auf ein Anlageportfolio zu verstehen, zumal manche Sektoren mit einem höheren Risiko verbunden sind als andere. Zu den am stärksten gefährdeten Branchen gehören beispielsweise Energie, Bergbau und Metalle, Versorger sowie Nahrungsmittel und Getränke.

Ein weiterer Bereich, der vom Verlust an biologischer Vielfalt betroffen ist, ist die pharmazeutische Forschung zu neuen Wirkstoffen und Molekülen in Pflanzen und Meeresorganismen. Davon erhofft man sich neue Behandlungsmöglichkeiten in der Humanmedizin oder Mittel zur Bekämpfung antibiotikaresistenter Bakterien. Der Verlust an biologischer Vielfalt schränkt unsere Möglichkeiten zur Erforschung dieser Bereiche ein.

Einem Bericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) zufolge stammen 25 % der in der modernen Medizin eingesetzten Medikamente von Regenwaldpflanzen und 70 % der Krebsmedikamente sind von der Natur inspirierte natürliche oder synthetische Produkte. Das bedeutet, dass uns jedes Mal, wenn eine Art ausstirbt, ein potenzielles neues Medikament entgeht.

Und die Auswirkungen sind sogar noch weitreichender. Der Verlust an biologischer Vielfalt könnte alle Volkswirtschaften und unseren Wohlstand gefährden. In demselben Bericht schätzt das WEF, dass USD 44 Billionen an wirtschaftlicher Wertschöpfung – mehr als die Hälfte des weltweiten BIP – mäßig oder stark von der Natur und ihren Leistungen abhängen und vom Naturverlust bedroht sind.

So können Anleger einen Unterschied machen

Seit dem „Erdgipfel“ in Rio de Janeiro im Jahr 1992 haben die Staats- und Regierungschefs der Welt erkannt, wie wichtig es ist, die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung zu stellen. Die Wirtschaftstätigkeit kann zwar nicht gestoppt werden, aber Anstrengungen in Richtung einer Verringerung ihres Biodiversitäts-Fußabdrucks sind möglich.

Es setzt sich auch immer mehr die Erkenntnis durch, dass Schutz und Wiederherstellung von natürlichen Ökosystemen zu Wirtschaftswachstum und neuen Geschäftschancen führen können, so das WEF. Dabei hebt das WEF hervor, dass Unternehmen auf natürliche Ressourcen und Ökosystemleistungen angewiesen sind und daher in der Verantwortung stehen, deren Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Infolgedessen leistete die Privatwirtschaft vor und während der UN-Biodiversitätskonferenz (COP 15) im Dezember 2022 einen großen Beitrag zur Erarbeitung eines bahnbrechenden Abkommens über die Biodiversität weltweit. Eines der von der COP15 für 2030 vereinbarten Ziele besagt Folgendes: Große und transnationale Unternehmen und Finanzinstitute sollen die durch ihre Geschäftstätigkeit, Lieferketten und Portfolios entstehenden Risiken, Abhängigkeiten und Auswirkungen auf die biologische Vielfalt überwachen, bewerten und transparent offenlegen müssen.

Die neu gegründete Taskforce für naturbezogene Finanzveröffentlichungen wird dabei eine Schlüsselrolle spielen: Sie erstellt einen Rahmen für das Risikomanagement und die Veröffentlichungen von Unternehmen, damit diese über sich entwickelnde naturbezogene Risiken berichten und entsprechend handeln können.

Ebenso soll Nature Action 100, eine von Investoren geleitete Initiative zur Einbindung von Unternehmen und Regierungen, eine wichtige Lücke in der Vermögensverwaltung schließen. Damit wird eine wissenschaftlich fundierte Plattform geschaffen, auf der Investoren klare Vorstellungen für Regierungs- und Unternehmensmaßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt zum Ausdruck bringen können. Die Einbindung der Unternehmen soll sicherstellen, dass die wichtigsten Unternehmen tragfähige und rechtzeitige Maßnahmen ergreifen, um ihre Auswirkungen auf die biologische Vielfalt und ihre Abhängigkeiten einzudämmen. Ergänzt wird dieses Engagement durch eine Politik der Zusammenarbeit mit den zuständigen politischen Entscheidungsträgern und die Unterstützung der technischen Beratungsgruppe.

Der Schutz der Umwelt und der biologischen Vielfalt steht im Mittelpunkt der Anlagestrategie und Philosophie von BNP Paribas Asset Management.

BNP Paribas Asset Management bietet eine Reihe von Lösungen zum Thema Herausforderungen in Zusammenhang mit der Biodiversität, darunter eine ETF-Strategie (börsengehandelter Fonds).

Weitere Artikel über börsengehandelte Fonds finden Sie unter „ETFs“.

    Rechtshinweis

    Bitte beachten Sie, dass diese Artikel eine fachspezifische Sprache enthalten können. Aus diesem Grund können sie für Leser ohne berufliche Anlageerfahrung nicht geeignet sein. Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und basieren auf den verfügbaren Informationen, womit sie ohne vorherige Ankündigung geändert werden können. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen. Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück. Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen. Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein. Private Assets sind Anlagemöglichkeiten, die über öffentliche Märkte wie Börsen nicht verfügbar sind. Sie ermöglichen es Anlegern, direkt von langfristigen Anlagethemen zu profitieren, und können Zugang zu spezialisierten Sektoren oder Branchen wie Infrastruktur, Immobilien, Private Equity und anderen Alternativen bieten, die mit traditionellen Mitteln schwer zugänglich sind. Private Assets bedürfen jedoch einer sorgfältigen Abwägung, da sie in der Regel ein hohes Mindestanlageniveau aufweisen und komplex und illiquide sein können.
    Umwelt-, Sozial- und Governance-Anlagerisiko (ESG): Das Fehlen gemeinsamer oder harmonisierter Definitionen und Kennzeichnungen zur Integration von ESG- und Nachhaltigkeitskriterien auf EU-Ebene kann zu unterschiedlichen Ansätzen der Manager bei der Festlegung von ESG-Zielen führen. Dies bedeutet auch, dass es schwierig sein kann, Strategien zu vergleichen, die ESG- und Nachhaltigkeitskriterien integrieren, da die Auswahl und die Gewichtung bei der Auswahl von Investitionen auf Metriken basieren können, die zwar denselben Namen tragen, denen aber unterschiedliche Bedeutungen zugrunde liegen. Bei der Bewertung eines Wertpapiers anhand der ESG- und Nachhaltigkeitskriterien kann der Anlageverwalter auch Datenquellen nutzen, die von externen ESG-Research-Anbietern bereitgestellt werden. Angesichts des sich entwickelnden Charakters von ESG können diese Datenquellen bis auf weiteres unvollständig, ungenau oder nicht verfügbar sein. Die Anwendung von Standards für verantwortungsvolles Geschäftsgebaren im Anlageprozess kann zum Ausschluss von Wertpapieren bestimmter Emittenten führen. Folglich kann die Wertentwicklung des Teilfonds zeitweise besser oder schlechter sein als die Wertentwicklung vergleichbarer Fonds, die solche Standards nicht anwenden.

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