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Der nachhaltige Investor für eine Welt im Wandel

A secure world
Vorausschauend denken | Artikel - 5 Min

Geht unser Sicherheitsgefühl in einer Welt im Wandel verloren?

In der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen wird anerkannt, dass das menschliche Wohlergehen untrennbar mit unserer wirtschaftlichen und physischen Sicherheit verbunden ist. Dieses Sicherheitsgefühl stand in den letzten Jahren stärker denn je unter Druck. Die Pandemie hat das Gesundheitswesen an seine Grenzen geführt. Energie und Lebensmittel sind zu politische Waffen geworden. 

Investments allein können Bedrohungen zwar nicht verhindern, doch sie können einige ihrer wirtschaftlichen Folgen abmildern, Risiken minimieren und den Übergang zu einer sichereren Welt beschleunigen.

Geringe CO2-Emissionen – geringes Risiko

Der Klimawandel ist eine der größten Bedrohungen für unseren Planeten – mit Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen, die Gesundheit, das Einkommen und die Natur. Aus diesem Grund bezeichnete der Naturforscher David Attenborough den Klimawandel als „die größte Gefahr für die Sicherheit, mit der Menschen in der modernen Zeit je konfrontiert waren“.

Der Kampf für eine grünere Zukunft ist international schlecht koordiniert.Stattdessen verschärft sich der Wettbewerb um Ressourcen. Beispielsweise dominiert China den Abbau von Seltenen Erden, die für die Herstellung zahlreicher sauberer Energietechnologien von entscheidender Bedeutung sind. Mit dem Inflation Reduction Act (IRA) versuchen die USA, dieser Dominanz entgegenzuwirken: Das Gesetz soll das inländische Angebot an wichtigen Mineralien stärken und durch steuerliche Anreize dafür sorgen, dass die Produktion sauberer Technologien in die USA verlagert wird.

Die enormen Finanzierungspakete, die für den Klimaschutz bereitgestellt werden, sind insgesamt zu begrüßen. Eine kohlenstoffarme Wirtschaft wird nicht nur dazu beitragen, die Gefahren des Klimawandels zu vermindern, sondern auch eine Vielzahl von Chancen für Anleger schaffen.

Sicherheit durch Selbstversorgung

Zahlreiche Länder wollen durch eine stärkere Selbstversorgung unabhängiger von Importen werden. Erfreulicherweise steht diese Strategie im Einklang mit den Verpflichtungen, die Energieversorgung von fossilen Brennstoffen auf sauberere Energiequellen umzustellen. Somit trägt derselbe Mechanismus zur Lösung von zwei Problemen bei.

Doch beim Thema Energiesicherheit geht es nicht nur um das Angebot, sondern auch um die Kosten. Während die Öl- und Gaspreise rasant gestiegen sind, werden die Technologien für erneuerbare Energien immer billiger. Erneuerbare Energien bieten Schutz vor den Preisschwankungen bei fossilen Brennstoffen. Und es gibt erste Anzeichen dafür, dass die Umstellung auf saubere Energien an Fahrt gewinnt. Die Internationale Energieagentur kommt in ihrem World Energy Outlook zu dem Schluss, dass sich die Energiewende schneller vollziehen wird als erwartet, wenn die derzeitigen Wachstumsraten beim Einsatz von Photovoltaik, Windkraft, Elektrofahrzeugen und Batterien beibehalten werden.

Innovationen in der Landwirtschaft lösen Revolutionen aus

Das Thema Ernährungssicherheit hat an Bedeutung gewonnen, da sich bestehende Probleme verstärkt haben.

Extreme Wetterereignisse haben sich in diesem Jahrhundert verdoppelt. Insgesamt gingen die Ernten zurück: die landwirtschaftlich nutzbaren Flächen haben sich verringert, durch die Pandemie wurden die Lieferketten für Lebensmittel erheblich gestört und die geopolitischen Konflikte haben diese Situation noch verschärft.

Der Rückgang des Angebots führte unweigerlich auch zu einem Anstieg der Lebensmittelpreise. Dieses Problem hob auch die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hervor, die darauf verwies, dass die Zahl der Menschen, die sich keine gesunde Ernährung leisten können, auf fast 3,1 Milliarden gestiegen ist.

Doch es gibt neue Lösungen, die die landwirtschaftlichen Nahrungsmittelsysteme verändern und robuster machen könnten. Agrartechnologische Innovationen – von Laborfleisch über vertikale Landwirtschaft bis hin zu hochpräziser Agrartechnik – sind der Schlüssel zu Ernährungssicherheit. Gleichzeitig könnte der Einsatz von Technologien zur Abfallvermeidung dazu beitragen, dass ein größerer Anteil der produzierten Nahrungsmittel die Endverbraucher erreicht. 

Letztlich müssen wir alle Teile der Lebensmittel-Lieferketten überdenken. Und Anleger, die diese Agrarrevolution finanzieren, könnten von ihren Vorteilen profitieren.

Wie lässt sich Chancengleichheit im Gesundheitswesen erreichen?

Die Pandemie hat auf tragische Weise verdeutlicht, wie anfällig unser Gesundheitswesen ist. Doch Gefahren für die gesundheitliche Sicherheit gehen nicht nur von Infektionskrankheiten aus. Der enge Zusammenhang zwischen Einkommensniveau und Gesundheitsergebnissen ist schockierend. Selbst in den reichsten Ländern der Welt bestehen zwischen den wohlhabendsten und den ärmsten Regionen mitunter große Unterschiede in der Lebenserwartung – in den USA beispielsweise wird der Unterschied auf bis zu 15 Jahre geschätzt.

Eine Chancengleichheit im Gesundheitswesen – bei der jeder die gerechte Chance hat, den bestmöglichen Gesundheitszustand zu erreichen – lässt sich nur realisieren, wenn die Lebensumstände der Menschen mit einbezogen werden..

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation hängen 60% der Bestimmungsfaktoren für die Gesundheit und Lebensqualität mit der Lebensweise zusammen. Beispielsweise können mit Zucker gesüßte Getränke zu Fettleibigkeit und damit zusammenhängenden Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.

Es gibt viele Möglichkeiten, eine gesündere Lebensweise zu ermöglichen. Derzeit werden Ersatzstoffe als Ersatz für ungesunde Nahrungsbestandteile entwickelt, und neue Technologien nutzen Verhaltensmuster, um die Menschen zu gesünderen Gewohnheiten zu bewegen. Unternehmen des Gesundheitssektors setzen verstärkt auf Telemedizin, um bisher unzureichend versorgten Bevölkerungsgruppen bessere Gesundheitsleistungen zu bieten, oder verbessern die Liefermechanismen, um Medikamente auch in schwer zugängliche Gebiete transportieren zu können. Investments in Innovationen im Gesundheitswesen und die Unterstützung der notwendigen Veränderungen der Lebensweise und der Umweltbedingungen können zu einer besseren gesundheitlichen Sicherheit für alle führen.

Den Anstieg der Cyberkriminalität stoppen

Der technische Fortschritt ist nicht nur Segen alleine. Neue Technologien bergen auch viele Risiken.

Wir leben zunehmend in einer digitalisierten Welt, in der wir online arbeiten, Bankgeschäfte und die Hausarbeit über das Internet erledigen können. Selbst unser Geld können wir digital ausgeben. Doch diese neue Online-Welt machen sich Cyberkriminelle zunutze-Schadsoftware („Malware“) kann dazu verwendet werden, Daten zu stehlen und Computersysteme zu beschädigen oder zu zerstören; beim Phishing, einem Social-Engineering-Angriff, wird das Opfer zur Preisgabe persönlicher Daten wie Anmeldeinformationen und Kreditkartennummern verleitet, und Ransomware verschlüsselt sensible Daten von Unternehmen, die anschließend zum Kauf eines Codes für die Entschlüsselung aufgefordert werden. Es überrascht kaum, dass dies zu einer Reihe von Cyberlösungen geführt hat – von der Sicherstellung, dass Passwörter robust und einzigartig sind, bis hin zur obligatorischen Installation hochentwickelter Sicherheitssoftware.

Unterdessen haben die Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) am Markt zu der Erwartung geführt, dass KI-Anwendungen schon bald zu bahnbrechenden Veränderungen in vielen Branchen führen und durch die schnelle Auswertung von Daten und Generierung von Inhalten sowie Prozessautomatisierung die Produktivität steigern könnten. In die  Begeisterung mischte sich auch Besorgnis über die drohende Freisetzung von Arbeitskräften und das Potenzial für Subversion und Missbrauch geäußert.

Die Chancen, die sich dank der technologischen Entwicklungen bieten, dürften insgesamt die Gefahren überwiegen. Dennoch wird es immer wichtiger werden, die Technologielandschaft genau zu analysieren und auf diese Weise sicherzustellen, dass alle Aspekte berücksichtigt werden – insbesondere im Hinblick auf Nachhaltigkeit.

Investments für eine sicherere Welt

Die Welt ist zwar noch lange nicht sicher, doch die Bandbreite möglicher Lösungen ist ermutigend und kann als Chance für Anleger angesehen werden. Die Beurteilung jedes dieser Sicherheitsprobleme aus verschiedenen Blickwinkeln kann Anlegern Wege aufzeigen, wie sie Veränderungen herbeiführen und möglicherweise ihre Portfolioergebnisse verbessern können.

Insbesondere die Förderung einer kohlenstoffarmen, ökologisch nachhaltigen und integrativen Wirtschaft wird dazu beitragen, die Welt sicherer zu machen. Bei BNP Paribas Asset Management haben wir uns das Ziel gesetzt, Nachhaltigkeitsaspekte im Einklang mit den vier zentralen Säulen unseres Ansatzes in alle unsere Anlagestrategien zu integrieren. Anlegern, die einen Schritt weitergehen wollen, bieten wir auch Lösungen mit einem nachhaltigen Anlageziel an.

    Rechtshinweis

    Bitte beachten Sie, dass diese Artikel eine fachspezifische Sprache enthalten können. Aus diesem Grund können sie für Leser ohne berufliche Anlageerfahrung nicht geeignet sein. Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und basieren auf den verfügbaren Informationen, womit sie ohne vorherige Ankündigung geändert werden können. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen. Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück. Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen. Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein. Private Assets sind Anlagemöglichkeiten, die über öffentliche Märkte wie Börsen nicht verfügbar sind. Sie ermöglichen es Anlegern, direkt von langfristigen Anlagethemen zu profitieren, und können Zugang zu spezialisierten Sektoren oder Branchen wie Infrastruktur, Immobilien, Private Equity und anderen Alternativen bieten, die mit traditionellen Mitteln schwer zugänglich sind. Private Assets bedürfen jedoch einer sorgfältigen Abwägung, da sie in der Regel ein hohes Mindestanlageniveau aufweisen und komplex und illiquide sein können.
    Umwelt-, Sozial- und Governance-Anlagerisiko (ESG): Das Fehlen gemeinsamer oder harmonisierter Definitionen und Kennzeichnungen zur Integration von ESG- und Nachhaltigkeitskriterien auf EU-Ebene kann zu unterschiedlichen Ansätzen der Manager bei der Festlegung von ESG-Zielen führen. Dies bedeutet auch, dass es schwierig sein kann, Strategien zu vergleichen, die ESG- und Nachhaltigkeitskriterien integrieren, da die Auswahl und die Gewichtung bei der Auswahl von Investitionen auf Metriken basieren können, die zwar denselben Namen tragen, denen aber unterschiedliche Bedeutungen zugrunde liegen. Bei der Bewertung eines Wertpapiers anhand der ESG- und Nachhaltigkeitskriterien kann der Anlageverwalter auch Datenquellen nutzen, die von externen ESG-Research-Anbietern bereitgestellt werden. Angesichts des sich entwickelnden Charakters von ESG können diese Datenquellen bis auf weiteres unvollständig, ungenau oder nicht verfügbar sein. Die Anwendung von Standards für verantwortungsvolles Geschäftsgebaren im Anlageprozess kann zum Ausschluss von Wertpapieren bestimmter Emittenten führen. Folglich kann die Wertentwicklung des Teilfonds zeitweise besser oder schlechter sein als die Wertentwicklung vergleichbarer Fonds, die solche Standards nicht anwenden.

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