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Der nachhaltige Investor für eine Welt im Wandel

Vorausschauend denken | Artikel - 4 Min

Die Welt des Wassers - eine Welt voller Chancen

Wasser gilt gemeinhin als lebensnotwendig, der Wasserverbrauch ist jedoch auch in der Industrie allgegenwärtig. Beim drängenden Problem der Wasserknappheit geht es also nicht nur um die Regierungspolitik und die Infrastruktur, sondern auch um die Wassernutzung von Unternehmen. Und es bieten sich interessante Anlagechancen bei Unternehmen, die innovative Lösungen für eine effizientere Wassernutzung entwickeln.

Wasser: eine entscheidende Ressource für die Industrie

Vor Ende des Jahrzehnts wird den Vereinten Nationen zufolge die weltweite Süßwassernachfrage das Angebot um 40 % übersteigen. Viele Faktoren wie Klimakrise, Bevölkerungswachstum und veränderte Konsumgewohnheiten sind für den zunehmenden Druck auf die Wasserressourcen verantwortlich.

Die Kluft zwischen Angebot und Nachfrage vergrößert sich jedoch auch durch Verschwendung. Schätzungen zufolge werden weltweit 1,7 Milliarden Gallonen Wasser pro Jahr verschwendet, wobei ein Großteil dieser Verschwendung auf eine veraltete und unzureichende Infrastruktur sowie auf ineffiziente Wassernutzung zurückzuführen ist. Es liegt auf der Hand, dass dieses Thema für Investoren große Bedeutung und enormes Potenzial hat. Gerechnet wird mit einem Anstieg der Ausgaben für die Wasser-Infrastruktur und deren Reparatur von über 6 % jährlich bis 2030.

Das Thema Wassermangel erreicht auch die gewerbliche Ökonomie. Wasser wird in der gesamten Wirtschaft verwendet, es gibt kaum eine Aktivität, die nicht in irgendeiner Form mit Wasser zu tun hat. Etwa 19 % der gesamten Wasserentnahmen entfallen auf die Industrie , wie etwa die Produktion von Kleidung, Papier, Nahrungsmitteln und Energie. Im Gegensatz zu Energie lässt sich Wasser nicht leicht durch Technologie ersetzen oder verdrängen. Folglich erkennen die Unternehmen zunehmend, dass das Thema Wasserknappheit nicht außer Acht gelassen werden darf.

Innovative Lösungen für Wasser

Das Geschäft mit dem Wasser entwickelt sich zu einem Milliardenmarkt, in dem fortschrittliche Technologien immer mehr in den Vordergrund treten. Das digitale Wassermanagement nutzt Blockchain, künstliche Intelligenz, digitale Sensoren und intelligente Zähler für die Wasserqualität und -kontrolle und um einen verantwortungsvollen Wasserverbrauch aus der Ferne zu überwachen und zu steuern. Insbesondere die Agrarindustrie nutzt intelligente Wassermanagement-Lösungen wie etwa die Echtzeitüberwachung von Bewässerungssystemen und den Einsatz von Satelliten, um den Bedarf der Pflanzen besser einschätzen zu können. Eine bessere Abwasseraufbereitung kann für viele Unternehmen eine kosteneffiziente Option sein, und auch Entsalzungsverfahren – wie z.B. die Niederdruckmembrantechnologie – gewinnen angesichts der wachsenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Wasser an Bedeutung; der Entsalzungsmarkt wird sich voraussichtlich bis 2031 mehr als verdoppeln, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 9 %.

Die Optimierung des Wassermanagements von Chipherstellern

Es mag Sie überraschen, aber die Produktion von Halbleitern – ein wesentlicher Bestandteil der meisten digitalen Geräte – ist in hohem Maße wasserabhängig. Wasser wird zum Spülen und Reinigen der Siliziumscheiben benötigt, die bei der Herstellung von Mikrochips Verwendung finden. Dafür genügt jedoch nicht irgendein Wasser, sondern nur Reinstwasser, das tausendmal reiner ist als Trinkwasser. Und dieser Prozess ist verschwenderisch – man braucht etwa 1 400 -1 600 Gallonen Leitungswasser für 1 000 Gallonen ultrareinen Wassers; der Verbrauch von Halbleiterfabriken kann bis zu 5 Millionen Gallonen pro Tag betragen. Die Notwendigkeit, den Wasserverbrauch zu senken und für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen, veranlasst die Hersteller, in bessere Wasseranlagen zu investieren, damit das Wasser für die Kühlung der Geräte und als Speisewasser für Reinstwassersysteme wiederverwendet werden kann.

Dieses Thema nimmt zunehmend Fahrt auf, da viele Länder die Halbleiterherstellung ins Inland zurückholen wollen. In den USA stärkt die Regierung Biden mit den Anreizen des CHIPS and Science Act die amerikanische Halbleiterlieferkette. Schätzungen zufolge fließen bei jeder neuen Halbleiteranlage 5-8 % der Gelder in die Wasserinfrastruktur, entweder zur Produktion von ultrareinem Wasser oder zur Wiederverwendung von Wasser in einem geschlossenen Kreislaufsystem. In Anbetracht der wachsenden Nachfrage nach Halbleitern hat dieses Wasserthema überzeugendes langfristiges Potenzial.

Die Beseitigung „ewiger Chemikalien“

Die Folgen der Wirtschaftstätigkeit haben eine weitere langfristige Chance für Innovatoren auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft gezeitigt. Die Wasserversorgung wurde durch sogenannte „ewige Chemikalien“ (forever chemicals) verunreinigt.

Diese in der Fachsprache als Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) bezeichneten Chemikalien werden seit den 1940er Jahren von der Industrie verwendet, da sie wasser-, fett- und schmutzabweisend sind und auch Brände löschen können. Der Nachteil dieser „ewigen Chemikalien“ besteht darin, dass sie sich in der Umwelt nicht abbauen und bei intensiver Verwendung mit der Zeit in die Wassersysteme sickern. Die Exposition der Menschen gegenüber PFA ist allgegenwärtig – Studien auf der ganzen Welt haben gezeigt, dass nahezu jeder in irgendeiner Form kontaminiert ist. Und ihre Präsenz in der Umwelt ist weit verbreitet, PFA wurden sogar in der Arktis gefunden. Es laufen bereits mehrere Gerichtsverfahren, bei denen die bei Vergleichen gezahlten Beträge schließlich denen entsprechen könnten, die früher von der Tabak- und Asbestindustrie gezahlt wurden.

Die Notwendigkeit, diese Verunreinigungen aus der Wasserversorgung zu entfernen, sorgt jedoch für erheblichen Rückenwind bei entsprechenden technischen Lösungen. Das Spektrum der Anlagechancen ist breit gefächert und umfasst die Beratung bei Lösungsplänen, die Herstellung von Testgeräten und die Produktion von Filtrationsprodukten zur Entfernung dieser Chemikalien aus der Wasserversorgung.

Die Förderung von leistungsfähigem Wassermanagement

Die Probleme in Zusammenhang mit Wassermangel und Wasserverbrauch verlangen sofortige, aber auch langfristige Lösungen. Da Verbraucher, Regierungen und Unternehmen ihr Augenmerk verstärkt auf dieses wichtige Thema richten, bieten sich für Investoren vielfältige und widerstandsfähige Anlagemöglichkeiten. Insbesondere die Wertschöpfungskette des Wassers bietet Anlegern sowohl defensive als auch zyklische Chancen, weltweit und in einer Vielzahl von Branchen.

Die Aqua-Strategie von BNP Paribas Asset Management ist auf Unternehmen ausgerichtet, deren Tätigkeit in der Hauptsache die Wasserwirtschaft betrifft: Wasserinfrastruktur, -aufbereitung und -reinigung sowie kommunale Dienstleistungen. Diese oft qualitativ hochwertigen Unternehmen bieten attraktive Wachstumsperspektiven und tragen außerdem zu einer nachhaltigeren Zukunft bei.

    Rechtshinweis

    Bitte beachten Sie, dass diese Artikel eine fachspezifische Sprache enthalten können. Aus diesem Grund können sie für Leser ohne berufliche Anlageerfahrung nicht geeignet sein. Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und basieren auf den verfügbaren Informationen, womit sie ohne vorherige Ankündigung geändert werden können. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen. Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück. Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen. Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein. Private Assets sind Anlagemöglichkeiten, die über öffentliche Märkte wie Börsen nicht verfügbar sind. Sie ermöglichen es Anlegern, direkt von langfristigen Anlagethemen zu profitieren, und können Zugang zu spezialisierten Sektoren oder Branchen wie Infrastruktur, Immobilien, Private Equity und anderen Alternativen bieten, die mit traditionellen Mitteln schwer zugänglich sind. Private Assets bedürfen jedoch einer sorgfältigen Abwägung, da sie in der Regel ein hohes Mindestanlageniveau aufweisen und komplex und illiquide sein können.
    Umwelt-, Sozial- und Governance-Anlagerisiko (ESG): Das Fehlen gemeinsamer oder harmonisierter Definitionen und Kennzeichnungen zur Integration von ESG- und Nachhaltigkeitskriterien auf EU-Ebene kann zu unterschiedlichen Ansätzen der Manager bei der Festlegung von ESG-Zielen führen. Dies bedeutet auch, dass es schwierig sein kann, Strategien zu vergleichen, die ESG- und Nachhaltigkeitskriterien integrieren, da die Auswahl und die Gewichtung bei der Auswahl von Investitionen auf Metriken basieren können, die zwar denselben Namen tragen, denen aber unterschiedliche Bedeutungen zugrunde liegen. Bei der Bewertung eines Wertpapiers anhand der ESG- und Nachhaltigkeitskriterien kann der Anlageverwalter auch Datenquellen nutzen, die von externen ESG-Research-Anbietern bereitgestellt werden. Angesichts des sich entwickelnden Charakters von ESG können diese Datenquellen bis auf weiteres unvollständig, ungenau oder nicht verfügbar sein. Die Anwendung von Standards für verantwortungsvolles Geschäftsgebaren im Anlageprozess kann zum Ausschluss von Wertpapieren bestimmter Emittenten führen. Folglich kann die Wertentwicklung des Teilfonds zeitweise besser oder schlechter sein als die Wertentwicklung vergleichbarer Fonds, die solche Standards nicht anwenden.

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