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Im Vordergrund | Artikel - 3 Min

Coronavirus-Update: Was wir tun, um Anleger auf dem Laufenden zu halten

Die Finanzmärkte warten wohl kaum ab, bis die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie jedem völlig klar vor Augen stehen. Zukunftsorientierte Investoren konzentrieren sich zunehmend auf das Ende der Pandemie und darauf, was die Strategien im Gesundheitswesens bewirken, mit welchen sozioökonomischen Auswirkungen zu rechnen ist und innerhalb welcher Zeiträume die unterschiedlichen Szenarien ablaufen. Entsprechend werden auch die Vermögenswerte reagieren.

Wir sind Investmentspezialisten und keine Epidemiologen. Trotzdem ist es wichtig, dass wir die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Coronavirus genau verfolgen. Märkte verabscheuen Unsicherheit. Es sind die Neuigkeiten zu Corona, ob gute oder schlechte, die in den kommenden Wochen oder sogar Monaten unser Leben bestimmen werden.

Um mit der Entwicklung Schritt zu halten, schauen wir auf folgende Themen:

Die möglichen Verluste von Menschenleben durch die Ausbreitung des Virus in den nächsten Wochen und Monaten

Die Sterblichkeit an den Folgen von COVID-19 scheint von Land zu Land, selbst bei ähnlichen Infektionsraten, unterschiedlich zu sein. Dafür sind wahrscheinlich eine Reihe von Faktoren verantwortlich: von demografischen Bedingungen über die Häufigkeit von Vorerkrankungen bis hin zur Qualität und Kapazität der jeweiligen Gesundheitssysteme.

Dennoch befürchten wir, dass sehr viele Menschen an der Krankheit sterben werden. Einerseits gibt es einfach viele alte Menschen und Menschen aus Risikogruppen, andererseits sind die Kapazitäten in der Intensivpflege begrenzt, und zwar sowohl bezüglich der Ausstattung als auch des Personals. Eine Studie des Imperial College COVID-Response Team deutet darauf hin, dass in den USA, selbst wenn alle Patienten behandelt werden können, mit Todesfällen in der Größenordnung von 1,1 bis 1,2 Millionen zu rechnen ist.

Hat Asien Corona dauerhaft unter Kontrolle?

Die Medien und die Märkte haben sich auf die Anzahl der COVID-19-Fallzahlen in Nordasien fokussiert – und das mit gutem Grund. Denn den Verantwortlichen dort ist es gelungen, durch schnelles und entschlossenes Handeln die Kontrolle zurückzuerlangen. Allerdings besteht auch dort immer noch die Gefahr, dass die Epidemie erneut ausbricht, etwa weil Reisende das Virus ins Land re-importieren, weil Eindämmungsstrategien schlecht funktionieren oder geltende Kontaktsperren aufgehoben werden.

Solange sich nicht eine große Mehrheit der Bevölkerung mit dem Virus infiziert hat, besteht keine Herdenimmunität und das Risiko einer erneuten Infektionswelle bleibt bestehen. Diese Schlacht wird nicht leicht zu gewinnen sein, und wohl kaum, solange nur relativ wenige Menschen dem Virus ausgesetzt waren. Dennoch sprechen die Ergebnisse der in Asien ergriffenen Maßnahmen für sich: Je länger man dort ohne extreme Maßnahmen zur sozialen Abgrenzung auskommt, ohne dass die Fallzahlen erneut ansteigen, desto eher sind andere Staaten bereit, diesem Vorbild zu folgen.

Testen, testen, testen

Die Fähigkeit der Behörden, adäquat auf das Virus zu reagieren, hängt nicht zuletzt davon ab, ob sie ausreichend testen. Maßnahmen des sogenannten Social Distancing sind mit hohen sozioökonomischen Kosten verbunden. Sollten Regierungen Vorschriften in diesem Bereich zurücknehmen, so werden sie zweifellos großes Interesse daran haben, eine Rückkehr zum Lockdown zu vermeiden. Wenn allerdings keine wirksamen gesundheitspolitischen Maßnahmen ergriffen werden, wird das Virus sich bald erneut ausbreiten. Hinzu kommt, dass Menschen bereits ansteckend sind, bevor sie irgendwelche Symptome zeigen.

Entschließen sich Regierungen, dem südkoreanischen Vorbild zu folgen, so geht es zunächst um eine schrittweise Erhöhung der Testkapazitäten, um neue Fälle schnell zu identifizieren und in Quarantäne zu schicken. Von entscheidender Bedeutung ist außerdem zu wissen, wie viele Menschen bereits erkrankt waren und infolgedessen immun sind. Dies kann nur durch einen Bluttest auf Antikörper festgestellt werden. Kennt man die Zahl der bereits Infizierten, so ist es einfacher zu berechnen, wann eine Herdenimmunität erreicht sein könnte. Es liegt auf der Hand, dass beide Tests, also der Infektions- und der Antikörpertest, entscheidend sind, wenn es darum geht, die knappen Ressourcen des Gesundheitssystems nicht zu überfordern.

Vorsorge und Behandlung

An antiviralen Medikamenten und einem Impfstoff wird derzeit gearbeitet. Trotzdem gibt es insbesondere in Hinsicht auf den zeitlichen Rahmen Grenzen des Machbaren. Mediziner werden verständlicherweise ungerne einer gesunden Bevölkerung den Prototyp eines Impfstoffs verabreichen, der erhebliche negative Nebenwirkungen haben könnte. Optimistischen Szenarien zufolge könnte ein Impfstoff innerhalb von sechs Monaten entwickelt werden. Aber bis die Zulassungsstudien abgeschlossen sind, die Massenproduktion anläuft und der Impfstoff breit zugänglich ist, dürften ungefähr 18 Monate ins Land gehen.

Lernen, mit COVID-19 zu leben

Es bleibt zu hoffen, dass der gesunde Menschenverstand und eine effiziente Kommunikation seitens der Behörden dazu beitragen, dass die Öffentlichkeit sich anpasst. Nur dies erhöht die Chance, dass die Gesellschaft allmählich zu einer Art Normalität zurückkehren kann – bzw. verringert vielleicht den Zeitraum, bis dies möglich ist. Denn alles in allem ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein Impfstoff in wenigen Monaten zur Verfügung stehen wird. Da aber die Immunität in der Bevölkerung sukzessive zunimmt, wird es für die breite Mehrheit möglich sein, wieder normal zu leben, ohne dass dadurch ein starker Anstieg an Neuerkrankungen ausgelöst würde. Dies wird jedoch einen tiefgreifenden Wandel erfordern, und zwar sowohl im Hinblick auf Hygienestandards als auch hinsichtlich des Umgangs mit Tests, die breit zur Verfügung stehen müssen und auch in Form von Antikörper-Tests.

In den kommenden Wochen werden wir Sie wöchentlich auf den neuesten Stand hinsichtlich dieser Themenbereiche bringen und dabei auch diskutieren, was dies für Anleger bedeutet. Besuchen Sie gerne auch mittwochs unseren Blog Investors‘ Corner für weitere Informationen.

Bitte beachten Sie, dass diese Artikel eine fachspezifische Sprache enthalten können. Aus diesem Grund können sie für Leser ohne berufliche Anlageerfahrung nicht geeignet sein. Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung und basieren auf den verfügbaren Informationen, womit sie ohne vorherige Ankündigung geändert werden können. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen. Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge können sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück. Investitionen in Schwellenländern oder spezialisierten oder beschränkten Sektoren können aufgrund eines hohen Konzentrationsgrads, einer größeren Unsicherheit, weil weniger Informationen verfügbar sind, einer geringeren Liquidität oder einer größeren Empfindlichkeit gegenüber Änderungen der Marktbedingungen (soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen) einer überdurchschnittlichen Volatilität unterliegen. Einige Schwellenländer bieten weniger Sicherheit als die meisten internationalen Industrieländer. Aus diesem Grund können Dienstleistungen für Portfoliotransaktionen, Liquidation und Konservierung im Namen von Fonds, die in Schwellenmärkten investiert sind, mit einem höheren Risiko verbunden sein. Private Assets sind Anlagemöglichkeiten, die über öffentliche Märkte wie Börsen nicht verfügbar sind. Sie ermöglichen es Anlegern, direkt von langfristigen Anlagethemen zu profitieren, und können Zugang zu spezialisierten Sektoren oder Branchen wie Infrastruktur, Immobilien, Private Equity und anderen Alternativen bieten, die mit traditionellen Mitteln schwer zugänglich sind. Private Assets bedürfen jedoch einer sorgfältigen Abwägung, da sie in der Regel ein hohes Mindestanlageniveau aufweisen und komplex und illiquide sein können.

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