Alles Wichtige auf einen Blick
Der weltweite Anleihenausverkauf hält an, sodass die Märkte volatil in den September gestartet sind. Die Renditen – unter anderem von US-amerikanischen, britischen und japanischen Staatsanleihen mit langer Laufzeit – stiegen auf so hohe Niveaus wie seit Jahren oder gar Jahrzehnten nicht mehr. Ausgelöst wurde die Verunsicherung sowohl von der Eskalation der Kampfhandlungen im Nahen Osten als auch von Bedenken wegen möglicher Zinserhöhungen, zu denen sich die Zentralbanken angesichts des Inflationsanstiegs gezwungen sehen könnten. An den Aktienmärkten entwickelten sich der MSCI World und der S&P 500 in der Woche bis zum Börsenschluss am Donnerstag seitwärts. Der europäische Stoxx 600 gab um 1% nach.*
*In US-Dollar gerechnet. Quelle: FactSet, Daten per 3. September 2026.
Nachrichten aus aller Welt
Die Euroraum-Jahresinflation hat sich laut einer vorläufigen amtlichen Schätzung von 2,9% im Juli auf 3,3% im August beschleunigt. Wichtigster Auslöser des Anstiegs waren Energiekosten, die auf das Jahr hochgerechnet um 14,3% anzogen – gegenüber 10,3% im Vormonat. Die Kerninflation, bei der die besonders schwankungsanfälligen Energie-, Lebensmittel-, Alkohol- und Tabakpreise nicht berücksichtigt werden, ging im August von 2,5% auf 2,4% zurück. Angesichts der aktuellen Daten spricht nun noch mehr dafür, dass die Europäische Zentralbank ihre Zinsen auf ihrer in dieser Woche anstehenden geldpolitischen Sitzung anheben wird.
Zahl im Fokus: 1.286 Gigawatt
Sonnenenergie hat erstmals Kohle als Chinas wichtigste Stromquelle abgelöst. Wie unter Verweis auf amtliche Regierungsangaben berichtet wurde, erreichte die Solarstromkapazität Ende Juli 1.286 Gigawatt – was rund 31,5% der gesamten Stromerzeugung entspricht. Damit lag sie vor Kohle mit 1.285 Gigawatt. Die Solarstromleistung erhöhte sich in den ersten sieben Monaten 2026 um 15,5% gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 2025 und deckte 13% des gesamten Stromverbrauchs der Volksrepublik. China verursacht den weltweit grössten Ausstoss von Treibhausgasen. Das Land will bis 2030 den Höhepunkt seiner Emissionen überschritten haben und bis 2060 klimaneutral sein.
Grafik der Woche
Zwar stellen manche Unternehmen dank Investitionen in künstliche Intelligenz einen Effizienzschub in bestimmten Bereichen fest, aber bislang schlagen sich die Verbesserungen insgesamt noch nicht in einem Anstieg des Produktivitätswachstums in den USA nieder. Trotz rekordhoher KI-Investitionsausgaben beläuft sich der landesweite Produktivitätszuwachs auf nur 2,2%. Anders verhielt es sich in der Dotcom-Ära von etwa 1996 bis 2000: Damals stieg der Produktivitätsgewinn parallel zu den Investitionsausgaben. Bislang zeigt sich, dass auch bei rasanten technologischen Durchbrüchen die Vorteile manchmal erst nach einer gewissen Zeit zum Tragen kommen – falls überhaupt.

Wissenswert
Innovationsministertreffen: Eine zweitägige Tagung der G20-Mitglieder, auf der ein neuer Rahmen zur Erschliessung des Potenzials neuer Technologien beschlossen wurde. Auf dem von den USA in North Carolina ausgerichteten Treffen verabschiedeten die Teilnehmer die „Carolina-Grundsätze für aufkommende Technologien“. Ziele sind die Innovationsförderung und die Ermöglichung der Umsetzung neuer Technologien. Zudem riefen die G20-Minister die Regierungen auf, Massnahmen zu treffen, um Menschen zur Nutzung aufkommender Technologien zu befähigen, und innovationsfreundliche politische Rahmenbedingungen zu schaffen.
Das bringt die Woche
Am Montag veröffentlicht der Euroraum die dritte Schätzung seines BIP-Wachstums im 2. Quartal, gefolgt von Japan mit endgültigen BIP-Daten für das 2. Quartal am Dienstag. Am Mittwoch kommen in China aktuelle Inflationsdaten heraus, und am Donnerstag tagt die EZB zum Zinsentscheid. Auf ihrer letzten Sitzung hatte sie ihre Leitzinssätze konstant gehalten. Am Freitag werden Zahlen zum britischen BIP im Juli sowie US-Inflationsdaten erwartet.
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