Alles Wichtige auf einen Blick
Weltweit sind Aktien im ersten Halbjahr 2026 sehr stark gestiegen, weil die optimistische Einschätzung von Technologiewerten und der KI-Entwicklungen schwerer wogen als die Sorgen im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten. Die vergangene Woche beendete der Index US Dow Jones Industrial Average auf einem neuen Rekordhoch. Der S&P 500 und der technologielastige Nasdaq verzeichneten ihre besten Quartale seit 2020. Insgesamt legten der Dow und der S&P 500 in der ersten Hälfte dieses Jahres um jeweils 10% zu. Der Nasdaq stieg um 13%, und der MSCI World NR lag 10% im Plus.*
*Quelle: FactSet, in US-Dollar gerechnet. Daten per 30. Juni 2026.
Nachrichten aus aller Welt
Die Eurorauminflation ist einer vorläufigen Schätzung zufolge im Juni überraschend deutlich auf 2,8% p.a. zurückgegangen – gegenüber 3,2% im Mai und einer Prognose von 3%. Letzten Monat hat die Europäische Zentralbank ihren Leitzinssatz um 25 Basispunkte auf 2,25% erhöht, um den Inflationsdruck zu mindern. Die unter Ausklammerung der besonders schwankungsanfälligen Preise für Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak errechnete Kerninflationsrate gab von 2,6% auf 2,4% nach. Zugleich ist letzte Woche ein Zollsatz von 50% auf nahezu die Hälfte aller Stahlimporte in die Europäische Union in Kraft getreten, um die Stahlbranche der Region vor Überkapazitäten zu schützen.
Zahl im Fokus: 162,83
Der japanische Yen ist letzte Woche auf ein 40-Jahres-Tief von 162,83 gegenüber dem US-Dollar gefallen. Anhaltende Bedenken über die haushaltspolitischen Vorhaben der Regierung und die schleppende Anpassung der Zinssätze seitens der Bank of Japan hatten die Landeswährung belastet. Seit Jahresbeginn hat der Yen gegenüber dem Dollar um 4% abgewertet, was Spekulationen darüber befeuert, dass der Staat erneut am Markt intervenieren könnte. Bereits im April und Mai war eine Rekordsumme von 11,7 Billionen Yen (rund 64 Milliarden Euro) zur Stützung der Währung aufgewendet worden. Unterdessen erreichte der japanische Tankan-Index, der das Geschäftsklima bei großen Herstellern misst, im Juni seinen höchsten Stand seit 2018. Zugleich stiegen die Inflationserwartungen.
Grafik der Woche
Die Stimmungsbarometer für europäische Unternehmen und Verbraucher haben sich im Juni merklich verbessert und signalisierten in allen Sektoren – mit Ausnahme des Bauwesen – eine stärkere Zuversicht. Von 93,5 Zählern im Mai legte der Geschäftsklimaindex im Juni auf 95 Punkte zu. Auch andere Kennzahlen ließen auf eine Erholung der Wirtschaft von den Folgen des Irankonflikts schließen. So erreichten die Verkaufspreiserwartungen im April einen Höchststand, und im Juni gab es Anzeichen für einen nachlassenden Inflationsdruck. Das Geschäftsklima lag allerdings weiter unter seinem langfristigen Durchschnitt von 100, und die Kennzahl zu den Beschäftigungserwartungen (die im Januar noch bei 98 gelegen hatte) gab um über zwei Punkte auf 92,2 nach. Noch ist der Schock nicht gänzlich verwunden, und die Unternehmen bleiben offenbar vorsichtig.

Wissenswert: Helium-3
Helium-3 ist ein seltenes und überaus teures Isotop – eine von mehreren Atomarten desselben chemischen Elements –, das bei Quantencomputern und der Kernfusion eingesetzt werden kann. Derzeit wird fast das gesamte weltweite Angebot beim radioaktiven Zerfall von Tritium gebildet, einer Form von Wasserstoff, die in Kernwaffen benötigt wird. Da von einer steigenden Nachfrage auszugehen ist und natürliche Vorkommen auf der Erde, etwa in Gasfeldern, nur geringe Konzentrationen aufweisen, suchen manche Unternehmen nach alternativen Lösungen zur Beschaffung des Isotops. So werden derzeit Technologien für einen Abbau auf dem Mond entwickelt, beispielsweise durch die Extraktion von Helium-3 aus Mondstaub, wo es sich in einer höheren Konzentration ansammelt.
Das bringt die Woche
Am Montag melden die USA endgültige Einkaufsmanagerdaten für Juni. In der Schnellschätzung war der Index von 51,5 im Mai auf 52,2 gestiegen. Sowohl die USA als auch Kanada geben am Dienstag ihre jüngsten Berichte zu Ein- und Ausfuhren heraus. Am Mittwoch veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung, auf der sie ihren Leitzins in einer Spanne von 3,5% bis 3,75% gelassen hatte. China berichtet am Donnerstag über seine Inflationszahlen für Juni; im Mai und im April hatte die Teuerungsrate bei 1,2% gelegen. Am Freitag schließlich gibt Kanada seine jüngsten Arbeitslosendaten bekannt.
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