Alles Wichtige auf einen Blick
Wie von der Financial Times zitierte amtliche Daten belegen, haben ausländische Anleger 2026 bis Juli eine Rekordsumme von 942 Milliarden US-Dollar in US-Aktien und -Investmentfondsanteile investiert. Parallel dazu verzeichneten die US-Aktienmärkte starke Gewinne. So legten der US-Standardwerteindex S&P 500 und der technologielastige Nasdaq im bisherigen Jahresverlauf um 13% und 16% zu.* Zugleich wuchs die US-Wirtschaft im 2. Quartal 2026 stärker als zunächst angenommen. Der BIP-Zuwachs wurde von den zuvor geschätzten 1,5% p.a. auf 2,2% p.a. nach oben revidiert, lag damit jedoch weiterhin unter den im 1. Quartal erreichten 2,5%.
*In US-Dollar gerechnet. Quelle: FactSet, Daten per 1. Oktober 2026.
Nachrichten aus aller Welt
Einer vorläufigen Schätzung zufolge ist die Euroraum-Inflation von 3,2% im August im September auf 3,8% im September gestiegen – den höchsten Stand seit drei Jahren. Auslöser war der Energiepreisanstieg. Die ohne die besonders schwankungsanfälligen Preise für Energie, Lebensmittel, Alkohol und Tabak erhobene Kerninflationsrate legte leicht von 2,4% auf 2,5% zu. Zugleich zeigt eine neue Umfrage, dass die Verbraucher im Euroraum die Konjunkturaussichten zuletzt schlechter einschätzten. Der Index für das Wirtschaftsklima im Euroraum gab von 98,4 Zählern im August auf 97,9 Punkte im September nach und lag damit erstmals seit April im Minus.
Zahl im Fokus: 6%
Die Rendite der 30-jährigen britischen Staatsanleihe hat letzte Woche erstmals seit 1998 die Marke von 6% übersprungen und damit die offiziellen Kreditaufnahmekosten des Landes erhöht. Anleiherenditen bewegen sich gegenläufig zu den Kursen, und Inflationssorgen und der Zinsanstieg aufgrund des anhaltenden Konflikts in Nahost haben einen weltweiten Anleihenabverkauf ausgelöst. Auch die Renditen 10-jähriger US-Treasuries stiegen letzte Woche auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Die Renditen lang laufender japanischer Staatsanleihen zogen ebenfalls an.
Grafik der Woche
Der Boom bei den Investitionen in künstliche Intelligenz lässt sich nicht leicht veranschaulichen. Eine rudimentäre, aber aussagekräftige und leicht verfügbare Kennzahl findet sich jedoch in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung der USA: An deren Komponente „private Anlageinvestitionen in EDV-Ausrüstung und -Software“ lässt sich die Dynamik der KI-Investitionen ablesen. Sie entspricht 7% des BIPs und 45% der privaten Anlageinvestitionen mit Ausnahme von Wohnimmobilien, gegenüber 35% vor drei Jahren und 25% im Jahr 2015. Rechnet man diese Komponente heraus, zeigt sich, dass das Wachstum in den letzten Quartalen erheblich niedriger ausgefallen wäre. 2025 trug der Tech-Sektor 41% zum BIP-Wachstum bei, gegenüber durchschnittlich 10% in den Jahren 2011 bis 2019 (nach Berechnungen von BNP Paribas Asset Management anhand amtlicher Daten).
Wissenswert: Bodennahes Ozon
Bodennahes Ozon ist ein Sekundärschadstoff, der bei chemischen Reaktionen von Schadstoffen aus fossilen Brennstoffen entsteht, die durch Sonnenlicht und hohe Temperaturen ausgelöst werden. Nach Angaben des Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienstes waren 2026 bislang rund 50% der Weltbevölkerung einer aufgrund der Ozonkonzentration sehr schlechten oder extrem schlechten Luftqualität ausgesetzt. Nur 5% der Weltbevölkerung lebten demnach über längere Zeit unter „guten“ Ozonwerten. Die Ozonkonzentration wird vom Klimawandel beeinflusst, wobei während extremer Hitzewellen im Sommer, wie sie beispielsweise in Europa auftraten, die Schadstoffbelastung zunimmt.
Das bringt die Woche
Am Montag werden endgültige Gesamt-Einkaufsmanagerdaten zur Wirtschaftstätigkeit im Euroraum, im Vereinigten Königreich, in den USA und in Japan bekanntgegeben. Am Mittwoch veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung, auf der sie den Leitzins um 25 Basispunkte angehoben hatte. Es war ihre erste Erhöhung seit Juli 2023. Am Freitag stellt Kanada seine jüngsten Arbeitsmarktdaten vor.
